laſſen ſollen— aber Sie bluten immer noch, laſſen Sie Sich vor allen Dingen verbinden.
Ach, der kleine Aderlaß thut mir wohl, laſſen Sie mich immerhin ein wenig bluten, je mehr— je beſſer.
So werden wir ſchwerlich zum Ziele kommen, bemerkte der Andere ruhig, und ich glaube, es iſt faſt beſſer, wir
geben die Sache ganz auf.
Sie werfen ja die Büchſe bald ins Korn! lachte Fer⸗ dinand auf. Haben wir nicht unſeren Zweck erreicht? Es war der Anfang.
Ich befürchte, daß es gerade ſehr unerwünſchte Folgen haben wird, denn ich ſehe nicht ſo durch die gefärbte Brille der Leidenſchaft, wie Sie. Sie handeln mehr aus perſön⸗ lichem Haß gegen den Fürſten und noch mehr gegen die Gräfin— ich habe das längſt erkannt. Dabei kommt aber wenig heraus.
Ich ſollte denken, es könnte Ihnen ſehr gleichgültig ſein, weßhalb ich ſo handle, wenn ich nur handle.
Nicht ſo ganz, denn Sie handeln nicht nach einem überdachten Plane, ſondern laſſen Sich ſtets von Ihrer Leidenſchaft zu Uebereilungen hinreißen— hören Sie, es kommt ſchon wieder eine Patrouille— zurück, hinter die Pfeiler, und rühren Sie Sich nicht.
Die Patrouille zog vorüber. Als der gemeſſene Schritt der marſchirenden Soldaten verhallt war, traten die beiden Männer wieder aus ihren Verſtecken hervor.
Guſtavvom See. Wogen des Lebens. II. 16


