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N fort, nannten es die Leute eine Thorheit, weil ich mir nicht eine reiche Frau ausgeſucht— als ob das ſo von unſerem
Willen abhinge! Wir hatten mit vielen Entbehrungen zu kämpfen, ſelbſt auch dann noch, als Cäcilie ſchon geboren war— aber dann kam es mit Einem Male, meine Bilder erlangten Ruf, wurden gut bezahlt, ich erhielt die Ernen⸗ nung zum Profeſſor und habe ſo den Genuß gehabt, mir mein Glück ſelbſt zu ſchaffen— nicht wahr, Mutter, ſetzte er mit einem zärtlichen Blicke auf ſeine Frau hinzu— es wäre ſehr ſchön, wenn wir das noch einmal durchleben könnten, und ich möchte nicht, daß es anders wäre!
Für Leſſen war die Wendung, welche das Geſpräch genommen hatte, eine keineswegs erwünſchte. Er ſah die leuchtenden Blicke, mit denen Cäcilie der Erzählung ihres Vaters zuhörte, und er ſchien zugleich in den Mienen des jungen Mannes eine freudige Zuſtimmung zu dieſer etwas idealen Lebensanſchauung zu leſen— nur der Gedanke, daß der Gegenſtand ſeiner Beſorgniß morgen für immer verſchwinden werde, beruhigte ihn wieder.
Sie mögen in gewiſſer Beziehung Recht haben, ſagte er daher, aber— es gehört doch immerhin zu den Ausnahmen. Betrachten Sie das Leben, wie es ſich in der Wirklichkeit geſtaltet, vergegenwärtigen Sie es Sich, wie viele ſolcher leichtſinnig geſchloſſener Ehen ein klägliches Ende nehmen, wenn die Leidenſchaft verflogen iſt und der Ernſt des Lebens an ihre Stelle tritt. Es kann einmal


