Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

250

wenn ich auch noch immer allerlei Wünſche in Vorrath beſitze.

Weil Sie ungenügſam ſind. Sie ſagten mir einſt, daß Sie Ihr künftiges Glück allein von Ihrem Degen erwarteten. Ich ſollte glauben, er habe Ihr Vertrauen vollſtändig erfüllt, da, wie Sie ſagten, Ihre Ernennung zum Oberſten nahe bevorſtehend iſt.

Sagte ich das? fragte der Major mit einem etwas melancholiſchen Lächeln; wenn ich offenherzig ſein ſoll, ſo muß ich geſtehen, daß ich jetzt des Krieges und dieſer fortgeſetzten Menſchenſchlächterei vollſtändig ſatt bin.

Darin theilen Sie die Empfindungen aller lebenden Menſchen; aber der Krieg hat Ihnen Ehre und Ruhm gebracht und Sie können derſelben ſich jetzt in Ruhe erfreuen.

Wenn ich nur nicht eine ſo unruhige Natur wäre— doch ein Jeder iſt ſo, wie ihn der liebe Gott hat werden laſſen, und ich werde meine Eigenſchaften ebenfalls be⸗ halten und tragen müſſen, die vielen böſen und die we⸗ nigen guten.

Unter den vielen letzteren vorzugsweiſe Ihre Be⸗ ſcheidenheit— doch ich will nicht dazu beitragen, Ihre Tugenden noch in größerem Glanze erſcheinen zu laſſen, ſie möchten ſonſt beeinträchtigt werden; erzählen Sie uns