Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 4. Theil (1865)
Entstehung
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vergeblichen Täuſchungen— es geht nicht anders, es wäre unmöglich, ſelbſt wenn ich es wollen könnte, was du gewiß nicht von mir glauben wirſt. Haſt du mich nicht ſelbſt ſo oft gelehrt, fuhr er, zärtlich ihre Hand nehmend, fort, man müſſe vor Allem nie von dem Wege der Pflicht und deſſen, was man für Recht erkannt, ab⸗ weichen, auch wenn es ſchwer würde und mit Opfern und Entſagungen verbunden ſei? Schon deßhalb müßte ich jetzt fort— aber mich rufen noch andere Stimmen, mich ruft die Ehre, mich rufen König und Vaterland! Könnteſt du dir einen Sohn wünſchen, deſſen Ohr gegen dieſe Stimmen verſchloſſen bliebe, einen Ehrloſen?

O, rede nicht ſp, Walther, ich denke jetzt nur an die Schrecken des Krieges und an die Gefahren, denen du entgegengehſt. Warum iſt es mir nicht beſchieden, die

letzten Jahre meines Lebens in Ruhe und Frieden mit

dir zu verleben?

Das wird dir beſchieden ſein, ſo Gott will. Wenn ich heimkehre, wenn wir den übermüthigen Feind über unſere Gränzen zurückgetrieben haben werden, dann wird dieſe Zeit gekommen ſein und nichts uns mehr trennen.

Ja, dann, ſagte ſie mit einem tiefen Seufzer und einem zärtlichen Blicke— aber bis dahin kann noch Vieles geſchehen.

Es wird und muß auch Vieles geſchehen bis dahin,