240
Herzen am Fenſter. Ihr Auge hing unverwandt an den dunkeln Umriſſen des durch die hohen Bäume ſchim⸗ mernden alten Schloſſes. Sie vermochte kaum zu ath⸗ men. Da ſetzte die Uhr ein und ſchlug in langſamen Schlägen die zehnte Stunde. Angſtvoll ſtrebten ihre Blicke durch die Finſterniß— kein Licht— kein Signal!
Lucie, flüſterte ſie, wenn es doch mißglückt wäre, wenn— da iſt es— es iſt da! rief ſie in der höchſten Aufregung— fort, fort! Verſchließe die Thür, nimm den Schlüſſel mit— fort, vergiß nichts!
Nach wenigen Augenblicken ſtanden ſie unten im Garten.
Iſt Alles bereit? fragte ſie mit haſtiger Stimme.
Alles, Herrin, erwiederte Petrowitſch leiſe— der Schlitten hält am Ende des Parkes, wir müſſen dahin gehen, es ließ ſich nicht anders machen!
Fort, fort!
Raul, mein Raoul, hier bin ich! flüſterte ſie im ſeligſten Entzücken, während ſeine Arme ſie um⸗ fingen.
Hedwig, theure, geliebte Hedwig!— werde ich dir je vergelten können?—
In raſender Eile flog der Schlitten davon. Petro⸗ witſch ſtand auf der Deichſel und fuhr. Lucie ſaß in


