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Die Gewohnheit läßt den Menſchen Vieles ertragen, erwiederte er melancholiſch.
Nun, ſo ertragen Sie es, ſagte ſie kalt; ich habe mich in Ihnen geirrt— gehen Sie jetzt und verrathen Sie mich— es iſt das Beſte, was Sie thun können, um in Ihren alten Gewohnheiten nicht geſtört zu werden.
Zürnen Sie mir nicht, Herrin, bat er traurig— ich habe Ihren Willen befolgt, indem ich Ihnen vertraute und weil Sie ſtets ſo gütig gegen mich waren. Es iſt anders gekommen, wie ich, wie Sie vielleicht ſelbſt ge⸗ glaubt haben— Gott hat es ſo gewollt.— Er hat mein Geſchick an das Ihrige gekettet, denn da ich Sie niemals verrathen könnte, ſo wäre ich dennoch verloren, wenn Sie ohne mich einen Fluchtverſuch machten.— Ich werde auch jetzt Ihren Willen erfüllen, und wenn der Tod deßhalb mich ereilt, ſo war es meine Beſtimmung, der ich nicht entgehen konnte.
Einen kurzen Moment rief dieſe fataliſtiſche Auffaſ⸗ ſung des Leibeigenen eine mitleidsvolle Regung bei ihr hervor; ſie verſchwand aber ſogleich wieder, zurückgedrängt von dem Verlangen und der Nothwendigkeit, die Aus⸗ führung ihres gefahrvollen Unternehmens mit ihm zu ver⸗ abreden.
So ſind wir denn für Leben und Tod mit einander verbunden, ſagte ſie daher, ihn mit einem bezaubernden


