Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 3. Theil (1865)
Entstehung
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ihrem Charakter, ihrer Würde nicht entſprochen haben, wenn ſie auf ſeine für ſie immerhin überraſchende Bewer⸗ bung ſogleich eine Zuſage ertheilt hätte.

Wenn auch ein außergewöhnliches, ſie iſt doch immer ein Weib, ſprach er mit befriedigtem Selbſtbewußtſein vor ſich hin, und nur die allergewöhnlichſten Weiber ver⸗ ſchenken ihre Gunſt und was damit zuſammenhängt, ohne ſich wenigſtens den Anſchein zu geben als ob es dazu einer reiflichen Erwägung und Ueberlegung bedürfe. Das liegt in der Natur des Weibes, und je mehr ſie bei ihm hervortritt, je mehr ſie es verſteht, ſich ſelbſt zu beherr⸗ ſchen und ihre Gunſtbezeigungen zu verwerthen, deſto an⸗ genehmer iſt es für den Mann, wenigſtens für den erfab⸗ renen Mann, für den es längſt reizlos geworden iſt, Blumen zu pflücken, die ſich willig von ſeinem Fuße zer⸗ treten laſſen.— Sie weiß jetzt, was ich will, und das genügt vorläufig vollkommen; ſie zieht ſich von mir zu⸗ rück, nur um mich dadurch um ſo mehr anzuziehen— es iſt das Alles ganz natürlich und ſachgemäß, und ich wünſchte nicht, daß es anders wäre. Ich werde ſie noch eine Zeit lang in dieſem Uebergangs⸗Stadium laſſen, dann aber ihre Antwort nicht abwarten, ſondern ſelbſt und offen mit ihr reden.— Späteſtens im Frühjahre denke ich zu heirathen, fuhr er immer heiterer werdend fort— es wird dann vielleicht Friede ſein, nachdem Na⸗