ſie ſeiner National⸗Eitelkeit ſchmeichelte, nickte ſeinem Gaſte beiſtimmend zu, und das bis dahin allgemein ge⸗ haltene Geſpräch fing an, ſich mehr zu vereinzeln.
Sie waren niemals in Paris? fragte der Herzog ſeine Nachbarin.
Nein, niemals; es iſt dies überhaupt meine erſte größere Reiſe, erwiederte Hedwig.
Das iſt zu bedauern, und Sie ſollten es nicht ver⸗ ſäumen, Paris zu ſehen die Hauptſtadt der Welt— Alles, was groß, edel und erhaben iſt, concentrirt ſich dort eben ſo, wie das Schlechteſte, Gemeinſte und Lächer⸗ lichſte. Dennoch giebt es nur Ein Paris, und wer Paris nicht geſehen hat, hat die Welt nicht geſehen.
Ich ſollte denken, alle großen Städte müßten ſich mehr oder weniger ähnlich ſein?
Wenn Sie unter dieſer Aehnlichkeit eine Maſſe von Häuſern, Paläſten, Kirchen und dergleichen verſtehen, ſo mögen Sie Recht haben; ſonſt aber ſind gerade die großen Städte am meiſten von einander verſchieden, weil ſich der Charakter eines ganzen Volkes darin repräſentirt.
Und deßhalb halten Sie Paris für die erſte Stadt der Welt? fragte Hedwig mit einem leichten Spotte.
Sie beſchuldigen mich durch dieſe Frage der Anmaßung, erwiederte er, aber ich muß mir das gefallen laſſen, denn


