Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 1. Theil (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

52

mit ſeinem Teſtamente, er glaubt das Frühjahr nicht mehr zu erleben.

Nun, ſo laß ihn in Gottes Namen ſterben, es iſt ge⸗ wiß beſſer, als wenn dir ein Unfall begegnete.

Ich fühle mich wieder wohl, der Arzt meint, eine ſolche Reiſe würde für mich von wohlthätigen Folgen ſein, und da du bei mir biſt und Friedrich, ſo wird es mir ja an guter und aufmerkſamer Pflege nicht fehlen.

Und was ſoll aus deinen eigenen Angelegenheiten werden? Haſt du auch erwogen, daß du eines ungewiſſen Vortheiles wegen viele Verluſte haben kannſt?

Ich habe das Alles vorher erwogen, ehe ich dich von der Sache in Kenntniß geſetzt, und ausführlich mit Herrn Rohneck Alles beſprochen.

Mit Herrn Rohneck? fragte ſie in ſichtlicher Span⸗ nung. Haſt du ſeine Meinung gehört?

Natürlich, da er während meiner Abweſenheit mich hier vertreten ſoll.

Du vergißt, Papa, daß Herr Rohneck ſelbſt auf einige Zeit verreiſen muß, daß er dieſe Reiſe nur deiner Krank⸗ heit wegen verſchoben hat und es unverantwortlich wäre, wenn du ihn jetzt nicht reiſen laſſen wollteſt.

Ich habe das Alles nicht vergeſſen, mein Kind; er hat den Brief des Fürſten geleſen und ſich überzeugt, daß unter den gegebenen Verhältniſſen meine Reiſe wichtiger