Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Ost und West : 1. Theil (1865)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

Doch wozu ſage ich Ihnen dies alles, es geſchah auch nur, weil ich jetzt für eine ſo lange Zeit von Ihnen ſcheiden muß. In ſolchen Augenblicken ſagt man vieles, was man ſonſt in der Bruſt verſchloſſen behält denn es iſt ſchmerzvoll, zu denken, daß, wenn ein weiter Raum uns trennt, irgend ein Mißverſtehen die räumliche Tren⸗ nung noch größer machen könnte.

Das wird nicht der Fall ſein zwiſchen uns, ſagte er, ſie feſt anſehend, denn ich werde dieſer Abſchiedsſtunde immer eingedenk bleiben!

So laſſen Sie uns denn jetzt ſcheiden, erwiederte ſie mit einem gezwungen heiteren Lächeln, mein Vater wartet, und mein Schickſal in der Form eines gepackten Reiſe⸗ wagens ruft! Leben Sie wohl, meine liebe Frau Rohn⸗ eck, und auch Sie, mein Freund, leben Sie herzlich wohl!

Ich begleite Sie an den Wagen, ſagte Walther's Mutter; Sie werden mir dieſe Gunſt nicht verſagen.

So kommen Sie, rief Hedwig, man ſchickt ſchon einen zweiten Boten.

Walther folgte. Es verſtand ſich von ſelbſt, daß er mitging.