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Während Haller ſeine Eröffnungen machte, hatte ein Unbekannter Venner einen Brief übergeben und war ſofort wieder unter den dicht gedrängten Menſchen verſchwun⸗ den. Venner hatte den Brief mechaniſch angenommen, da ſeine Aufmerkſamkeit vollſtändig von demjenigen, was er hörte, in Anſpruch genommen wurde, und hielt ihn noch unerbrochen in der Hand, als Haller geendet hatte und ſich mit anderen Perſonen beſprach. Jetzt trat er in eine Fenſterniſche und las:
„Wir gehen in unſer neues Königreich, Herr von Venner, natürlich gehe ich mit, Sie werden das billigen, nicht wahr? denn warum ſollte ich nicht? Ich werde
ſpäter wahrſcheinlich irgend eine Kreatur heirathen, die
auf leichte und angenehme Weiſe Carriere machen will, und dann wieder eine noble und geachtete Dame der höheren Geſellſchaft ſein. Wenn ich ſo zu Ihnen rede, ſo weiß ich, daß Sie mich verſtehen und mich vielleicht nur noch mehr beklagen, als Sie es bis jetzt ſchon thaten. Dennoch hätte ich das Verlangen, nochmals an Sie zu ſchreiben, unterdrückt, müßte ich Sie nicht vor Jemand warnen, den ich in Ihrer Geſellſchaft geſehen. Er, Hal⸗ ler iſt es, der mich unter angenommenem Namen, mich, noch ein halbes Kind, aus dem Hauſe meiner Eltern entführte, meine Gewiſſensbiſſe durch die Komödie einer Trauung beſeitigte und, als er nach einem Jahre meiner überdrüſſig war, keinen Anſtand nahm, mir die nackte Wahrheit zu eröffnen und mich demgemäß zu behandeln.


