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Ein Gerücht hatte ſich ſchon früh Morgens ver⸗ breitet, daß es heute Abend, den fremden Feuerleuten zu Ehren, in der Stadt brennen würde, und ſogar nannte man die Marketſtraße als den Platz, wo das Feuer ausbrechen ſolle. Woher jedoch das Gerücht kam und ob daſſelbe nicht ein leeres ſei, wußte man nicht. Man kümmerte ſich auch nicht viel darum, und als der Tag ſich neigte, hatte man es faſt wieder vergeſſen.
Die Nacht war eingebrochen und zwar mit einer ſehr empfindlichen Kälte, ſo daß Niemand, den nicht die auf die Straße führte, ſich hinauswagte. Die Stadt befand ſich aus dieſem Grunde in einer ungewöhnlichen Ruhe, als plötzlich mit dem Schlag acht die Glocken auf ſämmtlichen Spritzenhäuſern in der ganzen Stadt ertönten und der Ruf„Feuer“ durch alle Straßen ſchallte. Eine rothe Flammenſäule ſtieg zugleich gegen den ſtern⸗ bedeckten, dunkeln Himmel auf und warf ihren furcht⸗ baren Schein über die ganze Stadt. Ein großes, zweiſtöckiges Gebände in der Marketſtraße, in welchem ſich eine bedeutende Seidenhandlung befand, ſtand über und über in Feuer, denn die Flammen ſchlugen zugleich aus den Kelleröffnungen, aus allen Fenſtern und aus dem Dache empor.
Jetzt erklangen aber die kleinen Glocken, die 6 den Spritzen angebracht waren; dieſe kamen, von


