Teil eines Werkes 
2. Theil (1864)
Entstehung
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— ich hätte es längſt ſchreiben können, und ſie weiß es, ſie muß es wiſſen, wenn ich es auch nicht ausdrücklich geſchrie⸗ ben habe. Nein, nein, das wäre ein unrichtiger, unpaſſen⸗ der Weg— ſie könnte— nein, ich muß hin, muß ſie ſe⸗ hen, muß ſie ſprechen, muß mich überzeugen, ob das, was ſie empfindet, nicht bloß der Ausfluß der Achtung für den⸗ jenigen ift, den ſie, ach, ſo ganz unverdienter Weiſe, als ei⸗ nen höher begabten Menſchen betrachtet. O, wie reizend, wie demüthigend für mich iſt dieſe kindliche Beſcheidenheit, die aus jedem Worte ihrer Briefe hervorleuchtet— ich muß hin, hin zu ihr, muß in ihren unſchuldsvollen Augen leſen, wie ihr Herz empfindet— und wenn es ſo iſt, wie ich es in vielleicht trügeriſcher Hoffnung annehme, ſetzte er mit leiſe bebender Stimme hinzu— wenn es wirklich ſo ſein könnte— dann, ja, dann will ich ihr Alles, Alles ſagen — ach, ich darf dieſen Gedanken nicht ausdenken— aber hin will ich— und ſo bald als möglich!

Das Wiehern ſeines Pferdes erweckte ihn aus dieſen Betrachtungen, und als er aufblickte, ſah er die Gräfin, ſei⸗ ner wartend, unfern von ihm halten. 5

Guten Tag, Herr Inſpector, rief ſie ihm zu; Sie ma⸗ chen ja einen recht einſamen Spazierritt.

Ich beſehe die Felder, erwiederte er, zu ihr heranſpren⸗ gend, es gehört zu meinen Geſchäften.

Wie Sie wollen. Der Vater iſt ganz entzückt über den Stand Ihrer Saaten; ich würde es auch ſein, wenn