ſchöne, ſchlafende Mädchen, ein Bild der hei⸗
üigſten, reinſten Unſchuld, herab. Jetzt erſt fuͤhlte ich, was mich bei ihrem erſten Anblick ſo tief ergriffen hatte— es war das Fremdar⸗ tige ihrer Kleidung, das durchaus einem andern Lande angehoͤrte, aber die aufkeimenden Reize des Mädchens unendlich erhoöhte.
Kunſtlos fielen die hellbraunen Locken in uͤppiger Fülle auf die Lilienhaut der Stirn und des Halſes, ein friſcher dichter Kranz drängte ſeine farbigen Blüthen durch das weiche, ſchoͤne Haar— ein hellgelbes, kurzes, vorn herunter zugetnöpftes Kleid, mit weiten, aufgeſchlitzten, polniſchen Aermelu; die feinen, weißen Bein⸗ kleider, die kleinen, niedlichen, dunkelrothen Stiefelchen gaben dem Mädchen das Anſehen einer Koſakin— dann aber ſchien uns der große, breitgeraͤnderte Hut, der ihr am Arme hing, die ſchweizeriſche Abkunft zu beurkunden; daß Marie einer vornehmen Familie angehöre, bewies ihr zarter feiner Ton— die feine Bil⸗ dung ihres ganzen Benehmens;— den Reich⸗ 3


