war die Schweſter, die Kleinere aber die Frau des jungen Mannes. Wollte man ſie jedoch unterſcheiden, ſo mußte man beide ſehr aufmerk⸗ ſam und nahe betrachten, wo man dann wohl fand, daß die Frau Otbertè, dieß war der Na⸗ me des jungen Mannes, etwas weicheres in ih⸗ rem Geſichtszuͤgen und einem ſchwaͤrmeriſchen Blick des dunklen Auges hatte, Eleonora aber, die Schweſter, mehr Hoheit und ſtrengen Ernſt in ihren Mienen zeigte. Dieſe drei nun, wan⸗ derten wie geſagt, zum Thore hinaus in den neuen Fruͤhling, erfreut uͤber die Wiedergeburt des Jahres, und die zuruͤckgekehrte Geſundheit Eleonorens. Du wirſt doch, ſagte Otbert zu dieſer, unſeren gewoͤhnlichen Spatziergang jetzt ſchon wieder aushalten koͤnnen, oder duͤrfen wir es noch nicht wagen, einen ſo weiten Weg zu unternehmen, ſage es ja meine Liebe, damit wir uns nachher nicht Vorwuͤrfe zu machen haben, oder du gar wieder einem neuen Krankheitszu⸗ falle ausgeſetzt wuͤrdeſt. Nein, ſprach Eleonora, ich bin ſo geſund, wie faſt niemals, und ich denke, wir wandern, wenn auch etwas langſa⸗ mer, wie gewoͤhnlich, doch getroſt zu unſerm
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Otbert und Folgen eines Sonntag'schen Concerts : Novellen / hrsg. von O. v. Deppen
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