Georg hatte Caſſy den Rücken zugewendet und konnte daher nicht ſehen, mit welcher Aufregung ſie dem Geſpräche gefolgt war. In dieſem Augenblicke berührte ſie ſeinen Arm, und frug mit bleichem Geſicht:
„Mr. Shelby, iſt Ihnen der Name des Verkäufers be⸗
kannt?“
„Der Name Simmers war auf dem Kaufbrief bemerkt, wie ich mich entſinne.“
„O mein Gott!“ ſchrie Caſſy auf und fiel ohnmächtig nieder.
George Shelby und Madame de Thaur waren auf's Aeußerſte überraſcht, da ſie durchaus nicht den Grund erkennen konnten, leiſteten aber deſſen ungeachtet ſchleunige Hülfe, wo⸗ bei alle Anweſende, wie dies in ſolchen Fällen gewöhnlich iſt, ſich auch betheiligten.
Arme Caſſy! Als ſie wieder zu ſich kam, lag ſie mit dem Geſicht gegen die Wand gekehrt, und ſeufzte und weinte wie ein Kind;— Mutter, die Du dies Buch lieſt, vielleicht weißt Du, woran ſie dachte! Doch ſie fühlte in jener Stunde, daß Gott ihr Gnade erwieſen, und daß ſie ihre Tochter ſehen ſollte, wie es auch nach Monaten geſchah, als— doch wir eilen der Erzählung voran.
Zweiundvierzigſtes Kapitel.
Erfolge.
Wir gelangen zum Schluſſe. George Shelby, wie jeder junge Mann durch das Romanhafte angezogen, aber nicht weniger durch die Menſchlichkeit, trug Sorge, die Rechnung über den Verkauf Eliza's an Caſſy zu ſchicken. Name und Datum entſprachen dem, was ſie ſelbſt wußte und ließen in ihrer Seele keinen Zweifel über die Identität des Kindes. Nun war die Spur der Flüchtlinge nachzuſuchen. Sie und Madame de Thaur, ſo zuſammengeknüpft durch die eigenthüm⸗ liche Aehnlichkeit ihrer Schickſale, begannen ſofort eine Unter⸗ ſuchungsreiſe durch die verſchiedenen Stationen Canada's, wo die zahlreichen Flüchtlinge gewöhnlich untergebracht wurden. In Amherſtberg fanden ſie den Miſſionär, welchem George


