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rief dreimal mit einem leiſen, furchtbarem Flüſtern:„Komm! komm! komm!“ und während er in Angſtſchweiß gebadet dalag, war das Ding verſchwunden, ohne daß er bemerkt hätte, wie oder wann. Er ſprang aus dem Bett und zog an der Thür— ſie war feſt verſchloſſen, und Legree fiel ohnmächtig nieder.
Von nun an wurde Legree ein ſtärkerer Trinker als je zuvorz er trank nicht mehr vorſichtig, ſondern in einem unklugen, rückſichtsloſen Grade.
Bald darauf verbreitete ſich in der Gegend das Gerücht, daß er krank ſei und auf den Tod darniederliege. Die Unmäßigkeit hatte die furchtbare Krank⸗ heit herbeigeführt, welche die grellen Schatten einer herannahenden Vergel⸗ tung in das gegenwärtige Leben zurückzuwerfen ſcheint. Keiner von ſeinen Leu⸗ ten vermochte die Schrecken jenes Krankenzimmers zu ertragen, wenn er tobte und ſchrie und von Geſichten ſprach, daß Denjenigen, welche ihn hörten, das Blut in den Adern erſtarrte, und an ſeinem Sterbebette ſtand eine ſtrenge, weiße, unerbittliche Geſtalt, welche ſagte:„Komm! komm! komm!“
Durch ein ſonderbares Zuſammentreffen fand man am Morgen nach der Nacht, in welcher Legree dieſe Viſion erſchien, die Hausthür offen, und einige von den Negern hatten zwei weiße Geſtalten die nach der Landſtraße führende Allee hinab eilen ſehen.
Es war gegen Sonnenaufgang, als Caſſy und Emmeline auf einen Augen⸗
blick unter einer kleinen Baumgruppe in der Nähe der Stadt anhielten.
Caſſy war nach Art der ſpaniſchen Kreolinnen ganz in Schwarz gekleidet. Ein mit einem dichten geſtickten Schleier verſehener Hut verbarg ihr Geſicht. Die Beiden waren überein gekommen, daß Caſſy auf ihrer Flucht die Rolle einer Kreolin und Emmeline die ihrer Dienerin ſpielen ſollte.
Von Jugend auf an den Umgang mit der vornehmſten Welt gewöhnt, ſtimmten die Sprache, das Benehmen und die Haltung Caſſy's völlig zu dieſer Angabe, und ſie hatte noch genug von einer einſt glänzenden Garderobe und von ihren Juwelen bei ſich, um ihren Charakter gut durchführen zu können.
Sie hielt vor einem Hauſe der Vorſtadt an, wo ſie zum Verkauf ausgeſtellte Koffer bemerkt hatte, und kaufte einen ſolchen, worauf ſie den Verkäufer bat, ihr denſelben mitzuſenden. Sie trat demnach, von einem Burſchen, der ihren Koffer auf einem Schubkarren fuhr, und von Emmelinen, die ihre Reiſetaſche und ver⸗ ſchiedene Bündel trug, begleitet, in dem kleinen Gaſthauſe als eine vornehme Dame auf.
Die erſte Perſon, welche nach ihrer Ankunft ihren Blicken begegnete, war George Shelby, der das nächſte Dampfboot erwartend, hier verweilte.
Caſſy hatte den jungen Mann von ihrem Spähloche im Dachzimmer aus bemerkt, ſie ſah, wie er die Leiche Tom's fortſchaffte, und beobachtete mit ge⸗ heimer Freude ſein Benehmen gegen Legree. Später hatte ſie aus den Geſprächen, welche ſie unter den Negern belauſcht, wenn ſie des Nachts in ihrer geſpenſtiſchen Verkleidung umherwandelte, entnommen, wer er war und in welchem Verhält⸗ niſſe er zu Tom ſtand. Sie war daher hocherfreut, als ſie erfuhr, daß er gleich ihr das nächſte Boot erwartete.
Caſſy's Benehmen und Haltung, ſowie das Geld, welches ſie zur Verfügung
u haben ſchien, verhinderte in dem Hotel jedes Aufſteigen von Verdacht. Die Meliſchen fragen nie zu argwöhniſch nach Leuten welche gut bezahlen— Caſſy hatte das ſehr wohl gewußt, als ſie ſich mit Geld verſah.
Gegen Abend hörte man ein Boot ankommen. George Shelby führte Caſſy mit der jedem Kentuckyer angebornen Artigkeit an Bord und bemühte ſich, ihr eine gute Kajüte zu verſchaffen.
Coſſy hütete unter dem Vorwande von Krankheit während ihrer ganzen
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