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eine Leiter ſehen, Du ſchwarzer Veger. Die Miſſis will nicht, daß jener Maſter Haley Lizzy's Jungen erhält. Das iſt die Sache.“
„Hei,“ ſagte Sam mit einer unbeſchreiblichen Betonung, welche nur Die⸗ jenigen kennen, welche ſie unter den Negern gehört haben.
„Und ich will Dir noch mehr ſagen,“ fuhr Andy fort,„Du wirſt wohl am beſten thun, dich auf den Weg nach den Pferden zu machen— und zwar in aller Eile— denn ich habe die Miſſis nach Dir fragen hören— Du haſt hier lange genug geſtanden und gefaullenzt.“
Jetzt begann Sam ſich ernſtlich zu rühren und nach kurzer Zeit erſchien er mit Bill und Jerry wieder, die er im vollen Galopp auf das Haus zu gehen ließ, warf ſich geſchickt aus dem Sattel ehe ſie an das Stehenbleiben dachten, und brachte ſie auf dieſe Weiſe wie ein Wirbelwind an den Pferdepfoſten. Haley's Pferd, ein feuriges junges Thier zuckte und ſchlug aus und zog ſtark an ſei⸗ nem Zügel.
„Hoho!“ meinte Sam,„biſt Du ſcheu?“ Aber um ſein ſchwarzes Geſicht ſlog ein eigenthümlicher neckiſcher Ausdruck,„für Dich werde ich ſorgen!“
Vor dem Hauſe ſtand eine große ſchattige Buche und die ſcharfen dreieckigen Bucheckern lagen dick über dem Boden verſtreut. Mit einer von dieſen zwiſchen ſeinen Fingern näherte ſich Sam dem Pferde, ſtreichelte und klopfte es und ſchien ſeine Aufregung beſchwichtigen zu wollen. Unter dem Vorwande, den Sattel in Ordnung zu bringen, ließ er geſchickt die ſcharfe kleine Frucht auf eine ſolche Weiſe darunkergleiten, daß die geringſte auf dem Sattel gebrachte Laſt das empfindliche Thier unruhig machen mußte, ohne irgend eine bemerkbare Schramme oder Wunde zu hinterlaſſen.
„Da!“ ſagte er, indem er ſeine Augen mit einem ſelbſtgefälligen Grinſen im Kopfe umherrollen ließ,„jetzt iſt vorgeſorgt.“
In dieſem Augenblicke erſchien Mrs. Shelby auf dem Balkon und winkte ihm herbei. Sam näherte ſich ihr mit dem echt höflingsmäßigen Entſchluſſe, Alles zu thun, was ſie befehlen oder wünſchen möchte.
„Weshalb haſt Du ſo lange gezaudert, Sam? Ich habe Andy zu Dir ge⸗ ſchickt um Dir Eile anzuempfehlen.“
„Gvott behüte Sie, Miſſis,“ antwortete Sam;„man kann die Pferde nicht in einer Minute fangen. Sie waren auf der Südweide und Gott weiß wie weit vom Hauſe.“
„Sam, wie oft muß ich Dir verbieten zu ſagen: Gott behüte Sie! und Gott weiß und ſo weiter— es iſt ſündhaft.“
„O Gott behüte mich! ich hatte es ganz vergeſſen, Miſſis! ich werde es nicht mehr ſagen.“
„Ei Sam, Du haſt es ſo eben erſt wieder geſagt.“
„Wirklich? Weiß Gott! ich meine— ich habe es nicht ſagen wollen.“
„Du mußt vorſichtig ſein, Sam.“
„Laſſen Sie mich nur zu Athem kommen, Miſſis, und ich werde ſchon folgen Ich werde ſehr vorſichtig ſein.“
„Nun Sam, Du ſollſt mit Mr. Haley gehen, um ihm den Weg zu zeigen und ihn Beiſtand zu leiſten; ſei vorſichtig mit den Pferden, Sam, Du weißt, daß Jerry vergangene Woche etwas lahm war. Reite fie nichtzu ſchnelt.“
Die letzteren Worte ſprach Mrs. Shelby mit leiſer Stimme und bedeu⸗ tendem Nachdruck.
„Ueberlaſſen Sie das nur mir! entgegnete Sam, indem er ſeine Augen bedeutungsvoll erhob; weiß Gott hei! ich habe es nicht ſagen wollen!“ rief er plötzlich den Athem anhaltend, mit einem fomiſchen Ausdruck der Beſorgniß,
Onkel Tom's Hütte. 3


