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nimm Mr. Haley den Hut und die Reitpeitſche ab. Setzen Sie Sich nieder Sir. Ja Sir, zu meinem Bedauern hat das junge Frauenzimmer etwas von dieſer Sache belauſcht oder ſonſt erfahren und in der Nacht ihr Kind genommen und ſich entfernt.“
„Ich habe in dieſer Sache ein ehrliches Spiel erwartet, Sir,“ ſagte Mr. Haley,„das muß ich geſtehen.“
„Nun Sir,“ ſagte Mr. Shelby, indem er ſich ſcharf gegen ihn umwendete, „was ſoll ich unter dieſer Bemerkung verſtehen? Wenn irgend Jemand meine Ehre in Zweifel zieht, ſo habe ich für ihn nur eine einzige Antwort.“
Der Händler wurde hierdurch einigermaßen in ſeine Schranken zurückge⸗ wieſen und ſagte in einem etwas herabgeſtimmten Tone, daß es für einen Men⸗ ſchen, der einen ehrlichen Handel geſchloſſen habe, verwünſcht ſchlimm ſei, auf dieſe Weiſe an der Naſe umhergeführt zu werden.
„Mr. Haleh,“ ſagte Mr. Shelby,„wenn ich nicht dächte, daß Sie einigen Grund zum Unmuth hätten, ſo würde ich die unhöfliche und unceremoniöſe Weiſe Ihres Eindringens in mein Zimmer nicht von Ihnen ertragen haben; ich ſage jedoch, da der Schein es nöthig macht, nur ſo viel, daß ich keine In⸗ ſinuationen, als ob ich bei irgend einer Unehrlichkeit in dieſer Sache betheiligt ſei, auf mich werfen laſſen werde. Ueberdies fühle ich mich verpflichtet Ihnen jeden möglichen Beiſtand in Bezug auf Pferde, Diener u. ſ. w. zu leiſten, um Ihnen Ihr Eigenthum wieder zu verſchaffen. Kurz, Haley,“ fügte er plötzlich von dem Tone würdevoller Kälte zu ſeiner gewöhnlichen ungezwungenen Offen⸗ heit herabſenkend,„es wird für Sie alſo das Beſte ſein, Ihre gute Laune zu bewahren und bei uns zu frühſtücken und dann werden wir ſehen, was ſich wei⸗ ter thun läßt.“
Mrs. Shelby erhob ſich jetzt und ſagte, daß ihre Geſchäfte ſie verhinderten an dem Frühſtückstiſche den Vorſitz zu führen, gab einer ſehr anſtändig aus⸗ ſehenden Mulattin den Auftrag, den Kaffee der Herren zu beſorgen und verließ das Zimmer,
„Die alte Dame ſcheint Ihren gehorſamen Diener nicht beſonders leiden zu können,“ ſagte Haley mit einem unbehaglichen Verſuche ſich vertraulich zu zeigen.
„Ich bin nicht gewohnt von meiner Frau mit ſolcher Freiheit ſprechen zu hören,“ erwiderte Mr. Shelby trocken.
„Ich bitte um Verzeihung, natürlich war es nur ein Scherz,“ bemerkte Haley mit erzwungenem Lachen.
„Manche Scherze ſind weniger angenehm, als andere, entgegnete Shelby.
„Verwünſcht! er trägt die Raſe verteufelt hoch ſeit ich jene Papiere unter⸗ zeichnet habe,“ murmelte Haley vor ſich hin.„Seit geſtern iſt er ganz groß⸗ artig geworden.“
Der Fall eines Premierminiſters kann keine größere Senſation erregen, als der Bericht von Tom's Schickſal unter ſeinen Dienſtgenoſſen. Er war aller⸗ wärts der Gegenſtand der Geſpräche und im Hauſe wie im Felde wurde jetzt nichts gethan, als die wahrſcheinlichen Folgen davon beſprochen. Eliza's Flucht, auf dein Gute ein beiſpielloſes Ereigniß, trug ebenfalls viel dazu bei, die all⸗ gemeine Aufregung zu erhöhen.
Der ſchwarze Sam, wie er gewöhnlich genannt wurde, weil er um gegen drei Schattirungen ſchwärzer war als irgend ein anderer Nigger auf dem Gute, überlegte die Sache in allen ihren Punkten und Erſcheinungen mit einer Schärfe des Blickes und einer Rückſicht auf ſeine perſönliche Wohlfart, die jeden weißen Patrioten in Waſhington Ehre gemacht haben würde.—


