Druckschrift 
Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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nie darein finden und verdarb mir ſo viele, daß ich mich von ihm trennen mußte, trotzdem daß er ein gutmüthiger Burſche und ein tüchtiger Geſchäftsmann war.

Sie finden alſo Ihre Weiſe des Geſchäftsbetriebs heſſer als die Tom's? ſagte Mr. Shelby.

Jawohl, Sir, das iſt nicht zu leugnen. Sehen Sie, wenn ich es nur im⸗ mer vermag, ſo nehme ich bei den unangenehmen Theilen des Geſchäfts beim Verkaufen von Kleinen u. ſ. w. ein wenig Rückſicht ich ſchaffe die Mädchen aus dem Wege aus den Augen, aus dem Sinn, wiſſen Sie; und wenn'es geſchehen iſt und ſich nicht mehr ändern läßt, ſo gewöhnen ſie ſich daran. Es iſt nicht ſo, wiſſen Sie, als ob es weiße Leute wären, die in der Erwartung er⸗ zogen find, ihre Weiber und Kinder zu behalten u. ſ. w. Die Neger, wiſſen Sie, haben, wenn ſie gehörig erzogen ſind, gar keine Hoffnungen, ſo daß ihnen alle dergleichen Dinge leichter ankommen.

Dann muß ich fürchten, daß die Meinen nicht gehörig erzogen ſind, ſagte Mr. Shelby.

Das glaube ich ſelbſt. Ihr Kentuckher verzieht alle Eure Nigger, Ihr meint es mit ihnen gut, es iſt aber doch nicht die wahre Güte. Sehen Sie, ein Neger muß in der Welt umhergeſchleudert und an Hans und Kunz, und Gott weiß wen verkauft werden, ſo daß es keine Güte iſt, ihm Ideen und Hoffnungen zu geben und ihn zu gut zu erziehen, denn die Widerwärtigkeiten kommen ihm nachher um ſo ſchwerer an. Ich bin überzeugt, daß Ihre Nigger an einem Orte, wo manche von den Plantagenniggern wie Beſeſſene ſingen und jauchzen wür⸗ den, ſicherlich ganz niedergeſchlagen wären. Ein Jeder denkt natürlicher Weiſe von ſeiner eigenen Manier am Beſten, Mr. Shelby, und ich denke, daß ich die Neger ſo gut behandle, wie es bei ihnen nur immer der Mühe verlohnt.

Es iſt ein Glück zufrieden zu ſein, ſagte Mr. Shelby mit einem leiſen Achſelzucken und einigen erkennbaren Gefühlen von unangenehmer Natur.

Nun, meinte Haley, nachdem Beide eine Zeitlang ſchweigend ihre Nüſſe geknackt hatten;was ſagen Sie zu meinem Vorſchlage?

Ich will die Sache überlegen und mit meiner Frau darüber ſprechen, ſagte Mr. Shelby.Unterdeſſen aber gebe ich Ihnen den Rath, Haley, Ihr Geſchäft in dieſer Gegend nicht bekannt werden zu laſſen, wenn Sie die Sache auf die ruhige Weiſe, von der Sie ſprechen, betreiben wollen. Es wird ünter meinen Burſchen herumkommen, und ſobald ſie es wiſſen, wird ſich Keiner von ihnen in der Stille fortſchaffen laſſen, das kann ich Ihnen ſagen.

O gewiß! natürlich iſt es am beſten, den Mund zu halten; aber ich ſage Ihnen, ich habe verteufelte Eile und möchte ſo bald als möglich wiſſen, woran i zu halten habe! antwortete er, indem er aufſtand und ſeinen Ueber⸗ rock anzog.

Nun, kommen Sie heute Abend zwiſchen Sechs und Sieben wieder, dann ſollen Sie eine Antwort haben, ſagte Mr. Shelby; und der Handelsmann complimentirte ſich aus dem Zimmer.

Wäre ich nur im Stande geweſen, den Burſchen mit ſeiner unverſchämten Zuverſicht die Treppe hinab zu werfen, ſagte er zu ſich, ſobald er die Thür ge⸗ ſchloſſen ſeaber er weiß, wie ſehr er gegen mich im Vortheil iſt. Wenn mir je ein Menſch geſagt hätte, daß ich Tom nach dem Süden an einen von den ſchurkiſchen Händlern verkaufen würde, ſo hätte ich ſicher geantwortet: Iſt Dein Knecht ein Hund, daß er dies thun ſollte? und jetzt ſehe ich doch, daß es ſo kom⸗ men muß. Und dann Eliza's Find! ich weiß, daß ich deshalb mit meiner Frau einen Auftritt haben werde, und wegen Tom's gewiß ebenfalls. Das kommt