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Onkel Tom's Hütte, oder Negerleben in den Sklavenstaaten von Amerika : nebst der neuen von der Verfasserin eigens für Europa geschriebenen Vorrede / von Harriet Stowe, geb. Beecher ; nach der zwanzigsten amerikanischen Auflage aus dem Englischen
Entstehung
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langte, wurde ſie auf ihr eignes Anſuchen getauft und ein Mitglied der chriſt⸗

lichen Kuche des Ortes, und ſie bewies ſo viel Verſtand, Thätigkeit Glaubens⸗

eifer und Verlangen, in der Welt Gutes zu thun, daß ſie endlich für eine von den Stationen in Afrika als Miſſionairin empfohlen und angenommen wurde. Wir haben gehoͤrt, daß dieſelbe Thätigkeitsliebe und Intelligenz, welche ſie als Kind ſo vielfältig und raſtlos in ihrer Ausbildung machte, jetzt auf eine heil⸗ ſamere und beſſere Weiſe zur Belehrung der Kinder ihres Vaterlandes ver⸗ wendet wird.

Nachſchrift. Es wird für manche Mütter angenehm ſein, zu hören, daß die von Madame de Thour unternommenen Forſchungen vor Kurzem mit der Entdeckung des Sohnes Caſſy's geendet haben. Er war ein junger Mann von Energie geworden, war einige Jahre früher als ſeine Mutter entffuhen und von Freunden der Unterdrückten im Norden aufgenommen und erzugen worden. Er wird ſeiner Familie in Kurzei nach Afrika folgen.

43. Der Befreier.

George Shelby hatte an ſeine Mutter nur einige Zeilen geſchrieben, worin er den Tag ſeiner zu erwartenden Heimkehr beſtimmte. Er hatte nicht den Muth, etwas über die Todesſtunde ſeines alten Freundes zu berichten. Er hatte es mehr⸗ mals verſucht, aber es war ihm nie gelungen, und er hatte ſtets damit geendet, daß er das Papier zerriß, ſich die Augen trocknete und irgend wohin eilte, um Ruhe zu finden.

An dem Tage, an welchem derjunge Maſter Georgeerwartet wurde, herrſchte in dem Shelby'ſchen Hauſe eine freudige Geſchäftigkeit.

Mrs. Shelby ſaß in ihrem behaglichen Zimmer, wo ein munteres Hickory⸗

feuer die Kühle des ſpäten Herbſtabends milderte. Ein von Silbergeſchirr und

geſchliffenen Gläſern blitzender Tiſch, über deſſen Arrangements unſere Freun⸗ din, die altr Chloe, die Aufſicht führte, war zur Abendtafel vorgerichtet.

Mit einem neuen Kattunkleide, einer blendend weißen Schürze und einem hohen, gutgeſtärkten Turban angethan und mit freudeſtrahlendem Geſichte, ver⸗ weilte ſie mit unnöthiger Genauigkeit bei den Zurüſtungen zur Tafel, um einen

orwand zu haben, ein wenig mit ihrer Herrin zu plaudern.

So wird's ihm wohl gefallen, ſagte ſie;da, ich habe ſeinen Teller nahe ans Feuer geſetzt, wo er ſich am liebſten niederläßt. Mr. George verlangt ſtets den wäriſten Sitz. O, warum hat Sally nicht die beſte Theekanne heraus⸗ en die kleine neue, die Mr. George der Miſſis an Weihnachten ge⸗ chenkt hat? Die muß ich noch holen! Die Miſſis hat alſo von Mr. George gehört? fragte ſie dann.

Ja. Chloe, aber er hat mir nur eine Zeile geſchrieben, um mir zu melden, daß er dieſen Abend eintreffen würde, wenn er könne, das iſt Alles.

Er hat wohl nichts von meinein Alten geſagt? fragte Chloe weiter, in⸗ em ſie immer noch an den Theetaſſen rückte.

auNein, er hat gar nichts von ihm erwähnt, Chloe. Er hat geſagt, daß er

es Vählen würde, wenn er nach Hauſe kommt.

zDas ſieht dem Mr. George ganz ähnlich; er will immer Alles ſelbſt er⸗ zi len. Ich habe das an Mr. George ſtets bemerkt. Ich meines Theils ſehe auch ein wie die Weißen ſo viel ſchreiben fönnen, wie ſie es gewöhnlich thun

das Schreiben iſß eine ſo langweilige, unbequeme Arbeit.

Mrs. Shelby lächelte.