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des Herrn Schnidtmeyer, wo er abgeſtiegen war, einſchreiben. Der Kanzler, Fuͤrſt von Kaunitz, dirigirender Miniſter, uͤberhaͤufte ihn beſonders mit Zeichen ſeiner Achtung, und der Baron von Sperges, ſtolz auf den Ruhm ſeines Freundes, gab ſich die Ehre, ihn der Kaiſerin, den Erz⸗ herzogen und den Erzherzoginnen, waͤhrend ihres Aufenthaltes im Schloße Schoͤnbrunn, vorzu⸗ ſtellen und diente ihm als Cicerone in Wien; denn obgleich Herr Caracappi ihn in einer großen Kraftloſigkeit des Geiſtes und Körpers verlaſſen hatte, um ſeinem Vorhaben gemaͤß das uͤbrige Teutſchland zu beſuchen, ſo ſammelte der ge⸗ lehrte Preuße, der immer noch von einer bren⸗ nenden Wißbegierde verzehrt rurde, ſeine uͤbrig⸗ gebliebenen Kraͤfte, um mit ſeinen eignen Augen Alles zu unterſuchen, was die Stadt, die den Nachfolgern der Caͤſaren zur Reſidenz diente, an Monumenten enthielt.
Eines Abends waren die beiden Gelehrten von ihren Streifereien weniger als Abends vor⸗ her ermuͤdet, und der Stifter der Akademie der Reichen fuͤhrte ſeinem Verſprechen nach, Win⸗ kelmann in den Palaſt der Fuͤrſtin von Oeden⸗ burg. Man erwartete ſie daſelbſt; aber als der Rame des Gelehrten an der Thuͤre des


