zu meiner Abreiſe treffen und durchaus nicht eher wiederkehren, als bis ich Ihren Sohn als glück⸗ lichen Gatten weiß.“
Der Magiſter ſchüttelte wehmüthig und zwei⸗ felnd das ſchneeweiße Haupt.„Ich fürchte, ſagte er, daß Ihre Abreiſe uns nicht nur nichts mehr helfen, ſondern das Uebel noch viel ſchlimmer ma⸗ chen wird. Ich habe geſtern einen tiefen Blick in meines Sohnes Seele gethan. Da hilft nur noch Eins: Ihr Beſitz, die Vereinigung mit Ihnen. Sie ſind ſich ſelbſt, Ihrem Gemahl, meinem Sohne und mir und meiner ganzen Familie, ja Gott und der Welt ſchuldig, ein Ehebündniß aufzuheben, zu welchem Sie der heilige Trieb des Herzens nicht geführt hat; Sie haben dieſelbe Pflicht, dem Manne, den Sie lieben, von dem Sie ſo grenzenlos geliebt werden, als Gattin anzugehören. Weiter giebt es kein Mittel, aus einem unmoraliſchen Verhältniß in ein moraliſches zu gelangen. Aber Sie müſſen vorher die armſelige Freigeiſterei, die dürre Ver⸗ ſtandesphiloſophie aufgeben, worin Sie befangen ſind; Sie müſſen die ewigen Wahrheiten des Chri⸗ ſtenthums nicht nur begreifen, ſondern in ſich auf⸗


