Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 369
bubengeſicht des Diether hier wieder geſehen. Als ich ging die Pferde zu traͤnken, huſchte er hinter dem Stalle den Berg hinauf. Er trug einen Stutzer auf dem Ruͤcken. Ich hab' ihn diesmal ganz deutlich erkannt und kann nun den Gedanken an den ſchlechten Menſchen gar nicht los werden. Ja, mir wird jetzt ganz angſt und bang. Wenn er nur nichts Boͤſes gegen Euch im Schild fuͤhrt.“
„Dazu iſt der Kerl zu feig. Doch iſt es aller⸗ dings verdaͤchtig, daß er um meinen Weg ſchleicht.“
Waͤhrend dieſer kurzen Unterredung waren ſie in den Paß eingeritten. Das letzte Wort Ulrichs war kaum ver⸗ hallt, als auf dem Bergvorſprung zu ihrer Linken ein Schuß fiel.„Jeſus Maria!“ rief Fugger,„ich bin ge⸗ troffen! Ich bin des Todes!“
Der Knecht ſchrie auf und ſprang vom Pferde, um den verwundeten Herrn aufzufangen. Dieſer verlor die Beſinnung. Der Knecht riß ihm die Kleider ab, daß Blut ſtroͤmte aus einer Wunde am Vorderhals. Jeden⸗ falls nach dem Kopfe gezielt, war die Kugel ſchraͤg von oben abgeſchoſſen durch einen Theil des Halſes und die rechte Schulter gefahren und hatte dieſe, wie den Ober⸗ arm zerſchmettert. Der Knecht verband die Wunde ſo zut er konnte. Während deſſen kam ein Weib durch den Paß. Dieſe ſchickte der Knecht ins Dorf nach Beiſtand. Ehe derſelbe kam, ein ganzer Haufen Menſchen, war dem Verwundeten das Bewußtſein zuruͤckgekehrt. Er ver⸗
langte unverzuͤglich nach Hauſe gebracht zu werden. Die Ein deutſcher Leinweber. vIl. 24


