366 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
„Die allein uͤbrig bleibt: die chriſtliche Republik. Was hat Griechenland und Rom ſtark gemacht in der alten Zeit? Die Republik. Was hat Venedig groß ge⸗ macht und reich in der neuern Zeit? Die Republik. Aber nicht eine unchriſtliche Republik will ich, wie in Venedig, wo die Nobili herrſchen und das Volk knechten; nein, eine chriſtliche Republik, noch chriſtlicher als die der Eid⸗ genoſſenſchaft nach dem goͤttlichen Wort: Gott will, daß allen Menſchen geholfen werde. Das Volk muß ſich ſelbſt Geſetze geben und aus ſeiner Mitte die Voll⸗ zieher deſſelben kuͤren. Die Kirche ſtehe unter denſelben Geſetzen. Die Gemeinde waͤhle ſich ihre Presbytern und Prediger. Fort mit Rom und allem Pfaffengeſchmeis! Fort mit allen Schindern und Blutſaugern! Respublica im Staat, Respublica in der Kirche!“
uleich Fuggers Auge glaͤnzte in Wonnethränen; er umarmte den begeiſterten Sprecher:„Ja, Ihr ſteht uͤber Hutten und Luthern. Moͤchten Euere kuͤhnen Gedanken Euere kraͤftigen Worte das Volk vereinigen! Denn Ein⸗ heit thut vor Allem Noth. Von den Wittenbergern hoff' ich ſelbſt nichts mehr. Was kann uns Luthers Grobheit fordern? Er ſchilt zwar auf die Pfaffen und Fuͤrſten, aber er ſchilt auch auf das arme verzweifelte Volk. Und nun vollends der ſaͤuberlich einherfahrende Melanchthon.“
„Geht doch mit dieſen Leuten! Der Melanchthon kriecht in ein Rattenloch vor einem bloßen Schwerte. Von dieſen gelehrten Herren und Profeſſoren iſt nimmer etwas
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