358 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
kleinere; uͤber einen ziemlichen Thei des Gauts herrſchte
der Biſchof von Augsburg. Zwiſchen ihnen ſaßen eine
WMenge Edelleute und preßten das Volk aus ihren Burgen. Die Herren in den Staͤdten, welche hier Unterthanen hat— ten, ſtanden den Pfaffen und Junkern nicht nach. Das gehetzte Menſchenwild wurde jetzt zum Aeußerſten getrie⸗ ben. Thomas Muͤnzer und ſeine Geſellen zeigten, was zu thun ſei. Im Oberalgaͤu, dieſem ſuͤdlichen Hochlande, deſſen bis zum Gipfel waldbewachſene Berge ziemlich weite Ebenen umſchließen, die ſich weniger zum Ackerbau als zur Viehzucht eignen, weil ſie treffliche Weiden bieten, wohnen an den Berghaͤngen und auf den Hoͤhen in einzelnen Wei⸗ lern und Hoͤhen die ſchoͤnen ſtarken Hirten, an Leib und
Seele kräftige Naturſoͤhne. Nur um die Pfarrkirchen haben ſich Doͤrfer und Flecken gebildet. Unter dieſem ſchoͤnen einfachen Hirtenvolke fand der Geiſt der Freiheit ein fruchtbares Feld. Hier wirkten die Praͤdikanten am er⸗ folgreichſten. Dieſe Leute waren um die Mitte des Februar entſchloſſen, ſich zuſammen zu thun undmit den Waffen ihr Recht zu erkaͤmpfen.
Um dieſe Zeit war's, als Ulrich Fugger eines Tags vor einem einſamen, hochgelegenen und verſteckten Gehoͤf vom Pferde ſtieg, es ſeinem Knecht uͤbergab und in das von hohen Baͤumen umgebene Haus trat. Die Hausbewohner kannten ihn; auch war ſein Beſuch angeſagt worden. Er wurde in ein oberes nach dem Berg zu gelegenes Gemach gefuͤhrt. Ein junger bleicher Mann in einem groben
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