338 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
fen durfte, ſo ſtellte ſie ſich, in Erwartung guͤnſtigerer Zei⸗ ten, wenigſtens an, als beachte ſie ihn nicht.
Es war in der Mitte des Januar, als der ſchlanke Bilderhaͤndler mit den ſeltſamen Narben im Geſicht, eines Abends ſpaͤt bei ihm eintrat. Er ſaß eben mit Schreiben emſig beſchaͤftigt allein auf ſeinem Zimmer. Als er den Schirm der Lampe zuruͤckgeſchlagen und den Mann er⸗ kannt hatte, ſprang er freudig bewegt auf, ſtreckte dem Ta⸗ buletkrämer die Hand zum Wilikomm entgegen und fuͤhrte ihn zu dem Lotterbette, wo er ſich neben ihm niederließ. Dabei ſprach er:„Endlich, endlich darf ich Euch in dieſen Waͤnden begruͤßen, werthe Frau. Seit drei bis vier Wo⸗ chen habe ich Euch von Tag zu Tag, ja zuletzt von Stunde zu Stunde immer ſchmerzlicher erwartet. Ihr habt meine Geduld diesmal auf eine harte Probe geſtellt, Frau Ele⸗ onore.“
„Vorerſt, ehe ich von der Urſache meines uͤber mein Verſprechen hinaus laͤngern Ausbleibens und uͤber meine langwierige Reiſe und deren Erfolge Bericht erſtatte, ver⸗ goͤnnt mir eine Bitte: erinnert Euch und mich nicht mehr an mein Geſchlecht. Der Schoͤpfer hat einen Mißgriff ge⸗ than, als er mich zum Weibe machte, und Ihr kennt die ſchlimmen Folgen, welche dieſer Mißgriff fuͤr mich gehabt hat, nur zum Theil. Ich habe endlich das rechte Mittel ergriffen, um mich vor fernern uͤbeln Folgen dieſes Schoͤ⸗ pfungsfehlers zu ſchirmen, indem ich mich der Weiblichkeit ſo viel als ich vermochte, entaͤußert habe. Niemand kennt


