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Sechszehntes Kapitel.
Jakob Fugger hatte Augsburg an Leib und Seele krank verlaſſen, und eine dunkle Ahnung war durch ſeine Seele geflogen, daß er die theure Vaterſtadt, deren Ruhm ſein hochſter Stolz war, nicht wiederſehen werde. Die Ereigniſſe des Jahres 1524 hatten ſein Gemuͤth erbittert, wie noch niemals. Er war wortkarg, eigenſinnig, gräin⸗ lich, rechthaberiſch und auffahrend geworden, ſo daß er kaum wieder zu erkennen war. Auch ſeine Geſtalt war verfallen und erlag ſichtlich dem Drucke eines zu fruͤhzei⸗ tigen Alters. Seiner Lebensjahre waren doch erſt fuͤnf⸗ undſechszig, und ſeine ſtets ruͤſtige Kraft, ſein von vielen Reiſen, Arbeiten und andern Strapazen abgehaͤrteter Koͤr⸗ per hatten ihm ein hohes und von Krankheiten freies Alter verſprochen, aber er ging gebeugt wie ein achtzigjaͤhriger Greis und konnte ſich von der uͤberſtandenen ſchweren Krankheit nicht wieder erholen. Er fuhlte, daß er immer noch krank war und auch wohl krank bleiben wuͤrde, ob⸗ gleich ihn die Aerzte fuͤr einen Geneſenden ausgaben.
Ein deutſcher Leinweber. VI.


