Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 313

ihnen vertragen. Die Herren aber ſuchten durch ihre Ver— ſprechungen nur Zeit zu gewinnen, um ſich zu ſtaͤrken und zu ruͤſten, und dann mit blutiger Waffengewalt uͤber das freche Bauernvolk herzufallen.

Der Erzherzog Ferdinand ging den Fürſten und dem Adel in dieſem falſchen und betruͤgeriſchen Spiel voran. Von aller und jeder Kriegsmacht entbloͤßt, ja ſelbſt ohne Geld um ein neues Heer anzuwerben, ſah er ſich ploͤtzlich zu ſeinem Schrecken in den tyroler Bergen eingeſchloſſen und ringsum in allen Laͤndern den Aufruhr das drohende Haupt erheben. Herzog Ulrich von Wuͤrtemberg ſaß auf Hohentwiel und hatte ein ſtattliches Heer verſammelt und ſich mit den Kindern ſeines ehemaligen Landes, die er ſelbſt grauſam daraus vertrieben, mit den Anhaͤngern des armen Konzen, verbunden, um das Land wieder zu erobern. Die noͤrdlichen Gaue der Schweiz, die oͤſtreichiſchen Beſitzungen, der Algaͤu, der Hegau, Suͤdtyrol, Salzburg, die oſtreichi⸗ ſchen Stamm- und Erblande waren aufgeſtanden. In Tyrol war die Bewegung bei weitem mehr religioͤſer als politiſcher Natur; denn in letzterer Beziehung hatten die Tyroler weit mehr Freiheiten, als alle andern Laͤnder un⸗ ter der oͤſtreichiſchen Herrſchaft. Und auf die Predigt des reinen Evangeliums zielten auch die meiſten Forderungen der tyroler Landleute. Der Erzherzog kam ihnen mit den ſchoͤnſten Bewilligungen gleichſam entgegen. Der blut⸗ junge und feige Furſt war uͤber die Gefahr, in die er ſich verſetzt ſah, entſetzlich erſchrocken. Zwei Monate vorher