Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 303
Des Koͤnigs impoſante ritterliche Geſtalt trat dem jungen zierlichen Manne mit einem zerſtreuten und fragen⸗ den Blicke entgegen. Er war ſehr beſchaͤftigt und mitten in der Ruͤſtung zum Aufbruch begriffen. Doch der Name des beruͤhmten und gefuͤrchteten Seeraͤubers hatte ihn ver⸗ mocht, die Audienz ſogleich zu bewilligen. Jetzt ſchien er verwundert, einen ſo jungen Menſchen vor ſich zu ſehen.
„Mein Auftrag an Ew. Mazeſtät,“ nahm Martin im gelaͤufigen Franzoͤſiſch unerſchrocken und gewandt das Wort,„kommt nicht allein von dem Fuͤrſten von Algier, ich bin auch der Sendbote eines weit maͤchtigern und ge⸗ waltigern Herrn, des ruhmreichen Padiſcha der Osmanen, und bitte Euch, meine Beglaubigungsſchreiben gnädig ent— gegen zu nehmen und pruͤfen zu laſſen.“
„Fuͤrwahr, Ihr ſetzt mich in Verwunderung. Ihr ſeid weder ein Araber, noch ein Tuͤrke, doch auch kein Franzoſe.“
„Ich bin ein Deutſcher, im Dienſte Chair Eddins, des Beherrſchers des Mittelmeers, und war als Bote des⸗ ſelben ſchon einige Male beim Großſultan Suleiman.“
„Das iſt viel fuͤr Euer Alter. Die Deutſchen pflegen ſonſt nicht ſo fruͤh reif zu werden. Doch Euere Auftraͤge! Ich bin begierig ſie zu hoͤren.“
„Chair Eddin hat mit Euerer koͤniglichen Majeſtaͤt den gemeinſamen Feind, den Koͤnig von Spanien, und er hat ihn zeither auf eigene Fauſt, ſo gut er vermochte, be⸗ kriegt. Nun aber hat er ſich neuerdings als Vaſall dem


