Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 297
„Es iſt Dir bekannt, daß Karl, der deutſche Kaiſer und König von Spanien mit dem Koͤnig von Frankreich, Franz in Feindſchaft und Krieg lebt, den nur die Eitelkeit und Eiferſucht beider aufeinander erzeugt hat. Die Fran⸗ zoſen ſind zuletzt in Oberitalien geſchlagen worden, aber ſchon ſtehen ſie wieder ſtark geruͤſtet und der Abfall des erſten Feldherrn Frankreichs, des Großconnetable Herzogs von Bourbon, hatFranz nicht nur nicht geſchadet, ſondern ſogar genuͤtz, dem Kaiſer hat er aber keinerlei Vortheil ge⸗ bracht. Von dieſen beiden Koͤnigen wird der Eine den Andern aufreiben, und da in Deutſchland eine allgemeine Volkserhebung gegen die Fuͤrſten vor der Thuͤre ſteht, ſo wird der Kaiſer hier ſo beſchaͤftigt ſein, daß er ſeine Streit⸗ kraͤfte nicht gegen Franz wird wenden koͤnnen. Suleima ſagt: es liegt im Vortheil des Islam, daß Du Dich mit dem Franzoſenkoͤnig verbindeſt. Farl muß unterliegen, damit wir Spanien wieder gewinnen. Spanien und Ita⸗ lien muͤſſen von Dir erobert werden, wie Rhodus. In Rom mußt du das Chriſtenthum an ſeiner Wurzel faſſen und ausreuten. Dazu aber bedarfſt Du einer ſtarken See⸗ macht. Deine Flotten muͤſſen das mittelländiſche Meer beherrſchen.“
„Ich hoͤre Suleima reden,“ bemerkte der Sultan zu Rorelane gewendet, laͤchelnd.„Das Schwierigſte, das Ungeheuere betrachtet und behandelt ſie wie ein Kinder⸗ ſpiel.— Ich habe keine, ſolchem rieſigen Unternehmen ge⸗ nuͤgende Flotte, ich habe keine Seeleute, keine Admirale,


