Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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54 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.

ſchaftliche Gemuͤthsmenſchen viel zu gewaltig von der gei⸗ ſtigen Bewegung der Zeit ergriffen, als daß ſie ſo geſchickte Geſchaͤftsleute haͤtten ſein ſollen, wie der kalte bedächtige Anton, der, ganz das Ebenbild ſeines Ohms, gleichſam der jung gewordene Jakob, wiederum wie dieſer der Geſchaͤfts⸗ fuͤhrer und Erwerber fuͤr die ganze Fuggerſche Familie zu werden ſich anließ. Dies waren die Hauptgruͤnde, wes⸗ halb die beiden Haͤuſer ſich näherten und wieder zu Einem zuſammenzuſchmelzen Miene machten. Um aber den „Tollkopf Ulrich,“ wie Jakob ihn nannte, zu heilen und zu verhuͤten, daß er auch den kleinen Hieronymus mit ſei⸗ nen„verruͤckten“ Gedanken und Reden anſtecke, hatte der alte Ohm bei ſeinem Freunde, dem Papſte Leo, ein gutes Wort eingelegt, und auf dieſe Weiſe war Ulrich, der Pfaf⸗ fenfeind, der Haſſer des Papſtes und Roms, zum paͤpſt⸗ lichen Kämmerer ernannt worden, eine Charge von großer und einflußreicher Wichtigkeit. Ulrich nahm ſie an und mußte ſie annehmen, wollte er es nicht mit ſeinem Ohme und deſſen Haus, ja mit ſeinen eigenen Schweſtern und Schwägern fuͤr immer verderben. Sein Sinn empoͤrte ſich gegen die Annahme, aber die Tante Sibylle, die ihm ſtets gewogen war, und ſeine Schweſtern, namentlich die Nonne Felicitas, redeten ihm ſo lange zu, bis er Ja und Amen dazu ſagte. Nun erſt war Jakob mit ihm aus⸗ geſoͤhnt und hoffte ihn vollends ganz zu bekehren. Wie wenig Grund zu dieſer Hoffnung war, zeigte der Beſuch der beiden Bruͤder auf der Ebernburg und deſſen Folgen.