Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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36 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.

gen uns unternehmen, wenn das Volk unter unſern Fah⸗ nen ſteht? Verſprecht dem deutſchen Bauer halbweg Frei⸗ heit von den unerträglichen Laſten— denn er iſt in ſeinen Forderungen und Beſchwerden wahrlich beſcheiden— und er ſteht zu Euch mit Gut und Blut, mit Leib und Seele.

Es gibt auf Erden kein edleres und treueres, kein beſſeres

und rechtlicheres Volk als dieſes deutſche; es will nichts als was ihm nach goͤttlichem und menſchlichem Geſetz ge⸗ hoͤrt, es will Recht und Ordnung, Billigkeit und Menſch⸗ lichkeit. Einen tuͤchtigen Kaiſer will es, und ein kraͤftiges Regiment, das jedermann gerecht wird; es will das reine lautere Evangelium von Jeſu Chriſto, wie es die Apoſtel verkuͤndet, und ein ebenſo vernuͤnftiges Kirchenregiment. Und dieſes edle, brave, beſcheidene, arbeitſame und genuͤg⸗ ſame Volk wird fort und fort von Fuͤrſten, hohem Adel und vornehmer Pfaffheit gehetzt und gepeinigt, ſchlimmer als die Thiere des Waldes, und ihm das Blut unter den Naͤgeln hervorgepreßt. O man moͤchte wahnſinnig werden uͤber die Graͤuel! und dann treten wohl auch froͤmmelnde Narren hin, falten die Hände, verdrehen die Augen und kraͤchzen: es ſei Gottes Wille. Der Teufel ſoll dem ſchein⸗ heiligen Pack in die Gedürme fahren!“

„Brav! brav!“ rief der Ritter herzlich lachend und uͤber den Feuereifer des Freundes entzuͤckt.

„Ich wollte Euch nur das ſagen,“ fuhr Fugger ge⸗

maͤßigter fort,„mit den Bauern habt Ihr Alles gewon⸗