30 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.
nehmen. Sickingen und ich hielten dieſe Schritte fuͤr eine geſchickte Annaͤherung an unſere Sache. Bald hellte ſich der Irrthum auf. Die guten niederlaͤndiſchen Hofſchranzen waren beſchraͤnkt genug zu glauben, ſie wuͤrden mir mit kaiſerlichem Brode das Maul ſtopfen. Sie wollten mich ſchweigen; das war's. Sobald ich klar ſah, quittirte ich den kaiſerlichen Dienſt. Nein, mein Freund, von dieſem kaiſerlichen Knaben iſt nichts fuͤr unſere gute Sache zu hoffen. Schon hat er das Reich wieder verlaſſen, um nach Spanien zuruͤckzukehren. In England iſt er eingekehrt bei ſeinem tollen Ohm, dem Koͤnig Heinrich, dem eitlen Ver⸗ theidiger des Papſtes, dem Luther die rechten und bezeichnen⸗ den Namen gegeben. Gewonnen hat er ihn gegen den Koͤnig Franz, und ſo werden wir bald die alten Kriege zwiſchen Oeſterreich und Frankreich wieder auflodern ſehen, welche uͤber Deutſchland ſchon ſo ſchweres Elend gebracht haben. Wahrlich, es gaͤbe bei uns beſſere und nuͤtzlichere Dinge fuͤr einen Kaiſer zu thun. Hat ſich dieſer Karl um die Noth des Volkes bekuͤmmert? Der blutige Aufſtand der Gemeinen in Spanien gegen ihn haͤtte uns Allen die Augen oͤffnen ſollen. Ein Fuͤrſtenſohn iſt er, der Enkel des ſchwachen Max und des ſchlauen Ferdinand. Sein Vater iſt ein leichtſinniger treuloſer Menſch geweſen, ſeine Mutter iſt die wahnſinnige Johanna. Ich ſag Euch tauſendmal: von dieſem Kaiſer iſt nichts fuͤr unſere gute Sache zu erwar— ten. Wenn wir uns nicht ſelbſt helfen, ſo ſind wir verlo—


