Teil eines Werkes 
3. Abtheilung, Das Haus Fugger : Roman in drei Theilen : Die Sturmvögel zum Bauernkrieg : 1. Theil (1850)
Entstehung
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22 Die Sturmvögel zum Bauernkrieg.

habe das Meinige gethan, um dem Volke klar zu machen, daß es die pfäffiſchen und adligen Blutegel nicht anders los werden kann, als wenn es ſie abſchuͤttelt und zertritt. Doch die Blutſauger und Bauernſchinder thun ſchon auch das Ihrige, um das große Werk der Befreiung kräftig zu foͤrdern. So hat die Peſt im vorigen Jahre den kleinen ſcheuslichen Tyrannen, den Fuͤrſtabt von Kempten in die Hoͤlle gefuͤhrt, aber den gedrangſalten Bauern der Abtei hat das nichts geholfen; ein Teufel hat nur den andern abgeloͤſt auf dem Fuͤrſtenſtuhle. Der jetzige Abt Seba⸗ ſtian von Breitenſtein ſchindet die Bauern noch toller als ſein Vorfahr. Seit Jahr und Tag ſind von dieſem Men⸗ ſchen Buͤbereien begangen worden, die einem das Herz im Leibe umwendenz er hat die alte Landſteuer auf eine empoͤ⸗ rende Weiſe erhoͤht, eine neue Kriegsſteuer auferlegt und ſchindet dem Bauer, der erſt fuͤnf Schillinge zahlen mußte, jetzt fuͤnf Gulden, alſo das Zwanzigfache des Fruͤhern ab. urkundlich lehnfreie Hoͤfe zieht er als erledigte Lehen ein; von Guͤtern, die vom Zehnten frei waren und deren Be⸗ ſitzer die Freibriefe in den Haͤnden hatten, erpreßt er doch die Zehnten und zerreißt die ihm vorgelegten Briefe. Wenn das Gotteshaus zu Kempten freien Bauern Geld ſchuldet, ſo verſpricht der Abt zu zahlen, ſobald ſie ſich an das Got⸗ teshaus verſchrieben. Thun es die Bauern aus Noth, ſo haben ſie die Freiheit verloren und erhalten doch ihre Zah⸗ lung nicht; denn dem Leibeigenen braucht er nichts zu zah⸗ len, und ſo ſind die armen Leute von dem ſchurkiſchen