Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 15
und ich konnte nicht zu Euch kommen, wie ich Euch ſchon ſchrieb; denn meine Krankheit iſt von neuem ausgebro⸗ chen und erſchwert mir das Reiſen ungemein, und dann muß auch Sickingen mit Euch reden und, wie ich hoffe und wuͤnſche, gerichtlich mit Euch uͤber gewiſſe Dinge con— trahiren. Deshalb erſuchte ich Euch ſo dringend die Reiſe zu uns zu machenz es iſt ja auch in Euerm Intereſſe, gei⸗ ſtigem und leiblichem, wie Ihr bald hoͤren ſollt.“
„Ihr habt mich durch die Nachricht, daß Ihr wieder an Euerm alten boͤſen Gebreſte leidet, baß erſchreckt. Das iſt ein uͤbel Ding und muß Euch in Eurer geiſtigen Wirk⸗ ſamkeit gar ſehr behinderlich ſein. Das uͤppige Hofleben in Mainz iſt Euch nicht bekommen; ich ſah es Euch an auf den erſten Blick. Und“— fuͤgte er bedeutſam lächelnd hinzu,„ſollte Euch nicht die ſchoͤne und uͤppige Martha Bry gefaͤhrlich geworden ſein? Ihre Leidenſchaft fuͤr Euch war mir gerade kein Geheimniß, und ſo viel mir bekannt, habt Ihr den Genuß einer ſo wohlſchmeckenden und koͤſt⸗ lichen Frucht nie verſagt. Aber man verdirbt ſich den Magen durch zu viel Suͤßigkeit. Sollten Martha's all⸗ zuheiße Kuͤſſe Euch nicht geſchadet haben?“
Ueber des Ritters krankhaft dunkle Geſichtsfarbe ſchoß eine verraͤtheriſche Roͤthe.„Laſſen wir die Martha!“ ſagte er dann ausweichend.„Wir haben wichtigere Dinge mit einander zu reden, und derlei Geſtaͤndniſſe von mir helfen weder mir noch Euch etwas.“
„Und doch erlaubt mir, bevor wir zu den verheißenen


