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Die Sturmvögel zum Bauernkrieg. 9
uͤberzeugt worden. Ich ahnete fruher nur, welche unver⸗ beſſerliche Schelme Papſt und Pfaffenfuͤrſten ſeien; als Kaͤmmerer des Papſtes hab' ich's ſattſam erfahren: von Rom kein Heil, aber auch von unſeren Fuͤrſten keins. Darum liegt uns ob und iſt unſere hoͤchſte Pflicht, das ganze Volk dahin zu fuͤhren, daß es die unerſchuͤtterliche Ueberzeugung gewinne, nur von ihm ſelbſt konne Heil und Huͤlfe ſeiner Gebrechen ausgehen. Wenn die Thiere in der Freiheit an irgend einem Gebreſte leiden, ſo ſuchen ſie aus dem ihnen innewohnenden Naturtriebe von ſelbſt die heil⸗ ſamen Kraͤuter; das Roß, welches am Fieber laborirt, beißt ſich wohl ſelbſt die Ader auf, und im Menſchenvolke ſollte nicht eine, dem Menſchengeiſte angemeſſene, lichte und klare Erkenntniß deſſen liegen, was es zu ſeinem Heile bedarf? Warum haben es unſere Vorfahren erkannt und gewußt und durch ſolches Wiſſen ſich ihr Leben gut und vernuͤnftig eingerichtet? Die Fuͤrſten und Pfaffen haben ſich zuſammen verſchworen, die klare Erkenntniß des Vol— kes zu truͤben, ſeinen Geiſt mit widerſinnigen Satzungen zu verwirren, es dumm und unkraͤftig zu machen. Denn Dummheit iſt Ohnmacht. Einem einſichtsvollen vernuͤnf⸗ tigen Menſchen kann kein heuchleriſcher Schlaukopf Feſ⸗ ſeln anlegen und ihn zwingen, fuͤr Schurken in der Kutte
und im Hermelin zu arbeiten. Darum zuͤndet dem Volke
die Fackel an, und die Finſterniß muß weichen.“ „Ich fuͤrchte nur,“ entgegnete der gelehrte Stadt⸗ ſchreiber fein laͤchelnd, ſo daß unentſchieden blieb, ob blos


