14 Der deutſche Kaiſer.
ſend war. Eben mit den Vorbereitungen zu dem großen Auto da Fe ernſtlich beſchäftigt, erhielt nämlich Kimenes durch einen Courier, welcher zu Land gereiſt war, Bot⸗ ſchaft des Königs aus Brüſſel, daß er in Begriff ſtehe in Seeland zu Schiffe zu gehen und ſich nach Spanien zu verfügen. Kimenes war von den Anſtrengungen der letz⸗ ten Zeit erſchöpft, in dieſen Tagen von einem leichten Fieber ergriffen geweſen, doch brach er, kaum geneſen unverzüglich auf, um den König bei deſſen Landung in einem der nördlichen Häfen des Landes zu begrüßen. Ueber Tordelaguna reiſete er nach Borzeguillas, wo ihm, wie man ſpäter vielfach behauptete, in einer Torte Gift beigebracht wurde. Dies iſt nicht unwahrſcheinlich, da der ihm feindlichen Partei der Granden Alles daran liegen mußte, eine perſönliche Zuſammenkunft des Cardinals mit dem Könige zu verhindern; denn ſie hatten mit Recht zu fürchten, daß der Erſtere dem Letztern über ihr heilloſes Treiben und ihre Abſicht den Infanten Ferdinand zum Könige zu erheben, ausführliche Aufſchlüſſe geben werde. imenes erkrankte von neuem und mußte in dem Fran⸗ ciskanerkloſter Aguilera, nahe bei Arande am Douro lie⸗ gen bleiben. Er wandte gleich geeignete Mittel an, den Wirkungen einer Vergiftung vorzubeugen, nichtsdeſtoweniger überfiel ihn das Fieber von neuem mit ſo eigenthümlichen Erſcheinungen, daß die Vermuthung einer Vergiſtung immer mehr an Wahrſcheinlichkeit gewann. Er wurde wochenlang an ein ſchmerzliches Krankenlager gefeſſelt.


