Der deutſche Kaiſer.
liches Werk, die Herſtellung und Herausgabe jener gro⸗ ßen Polyglotten-Bibel, unter dem Namen der complu⸗ tenſiſchen, welchen ſie von ihrem Druckorte entlehnte(Al⸗ cala de Henarez hieß vor dem Einfalle der Mauren Com⸗ plutum und behielt dieſen römiſchen Namen auch jetzt in lateiniſchen Schriften), berühmt bis auf heute. Er hatte es ſich große Geldſummen koſten laſſen, die älteſten Hand⸗ ſchriften zuſammen zu bringen, und eine Anzahl gelehrter Männer war von ihm gewonnen worden, die Ausgabe zu beſorgen. Die weitläufigen und zweckmäßigen, mit königlicher Pracht ausgeſtatteten Univerſitätsgebäude waren weit früher fertig geworden, als die Bibel. Ihre präch⸗ tige Herſtellung und die Ausbildung der jungen Lehran⸗ ſtalt waren die Gegenſtände der zärtlichſten Sorge des Cardinals, und mitten unter den dringendſten und ſchwie⸗ rigſten Geſchäften der Regierung und ſeiner erzbiſchöflichen Functionen vergaß er ihrer nie, ſie waren gleichſam ſeine Kinder, die ihn überleben und ſeinen Namen auf die Nachwelt bringen ſollten. Und ſo war denn endlich nach funfzehn Jahren unſaglicher raſtloſer Arbeit die Polyglotte in ſechs Foliobänden fertig geworden, und die Univerſität veranſtaltete eine zweckmäßige Feierlichkeit zu Ehren ihres Schöpfers, bei Ueberreichung des erſten prachtvoll gebun⸗ denen Exemplars der großen Bibel. Mit Stolz blickte der achtzigjährige Greis auf das Buch und ſprach in Mitte der ihm glückwünſchenden Profeſſoren die merkwürdigen Worte:„Von allen Handlungen, wodurch ſich meine Ver⸗


