Teil eines Werkes 
4. Band (1834)
Einzelbild herunterladen

242

Händel mit mir? Jetzt iſt weder Zeit, noch hier der Ort dazu.

Lange genug ſeid Ihr mir ausgewichen; jetzt ſollt Ihr mir nicht aus dem Garne. Rede, Wicht!

aHo, alter Narr, glaubſt du, ungeſtraft mich ſchelten zu können? aus Mitleid hab' ich deiner geſchont. v

Nun vermochte ſich Reinhard nicht mehr zu mäßigen; vergebens ſuchte Käthchen die Streiten⸗ den zu trennen, Reinhard gewann Partei, denn es mochten viele den jungen Vogt nicht leiden; pie Burgleute dagegen hielten bei ihm, und ſo war es bereits ſo weit, daß aus dem fröhlichen Tanze eine blutige Schlägerei werden ſollte, als ſich plötzlich die Nachricht verbreitete, der Graf ſei in Anzug. Die Kämpfenden ließen von ein⸗ ander, die Muſik begann wieder, und gleich darauf ritt Graf Ludwig, an ſeiner Seite die Gräfin Adelheit, und um beide ritten ihre Kinder, dann kamen Ritter und Reiſige und unter dieſen Kon⸗ rad's Vater. Ein allgemeiner Jubel brach aus,

und der Graf begrüßte, beſcheiden dankend, ſeine

Unterthanen. Konrad hielt ſeinen Vater umarmt, und der Töpfer ſchaute finſter auf ihn. Das Volk trank des Grafen Geſundheit und Ludwig leerte ſein Glas auf das Wohl ſeiner Getreuen.