Teil eines Werkes 
4. Band (1834)
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ten goldnen Zeitalters Ludwigs XIV, zu ihrem Eemahle gewendet, fort, und ihr Kopf machte bei jedem Worte ſolche ſchnickende Bewegungen, daß die vergilbten und ſtark fragmentirten bra⸗ banter Spitzen, womit ihre hochgebaute Dor⸗ meuſe garnirt war, ſtets in zitternder Bewe⸗ gung blieben. Die vordere Hälfte dieſes klei⸗ nen Kopfes war mit einer alten ſtaubigen Haar⸗ tour von dunkelbrauner Farbe bedeckt, während ſich hinten die grauen, ihr eigenthümlich zugehöri⸗ gen Haare verrätheriſch durch erwähnte Garni⸗ tur durchſtahlen. Stark aufgelegtes Roth auf den nußbraunen faltenreichen Wangen, ein altes, an einigen Stellen merklich ausgebeſſertes Bro⸗ katkleid, geſtickte Handmüffchen, ein unſchimmer gewordnes ſeidnes Envelöppchen harmonirten ganz mit dem pretiöſen Anſtande der Dame, und gaben die Hälfte des Bildes einer Familie ab, die an Glücksgütern wohl zurückgekommen

war, ohne jedoch dabei auf eins der Rechte zu

verzichten, die ihr Geburt und Rang ertheilt. Die andre Hälfte dieſes Bildes bot ein bejahr⸗ ter, langer, ſehr dürrer Mann, deſſen auseinan⸗ dergedehntes, bleiches, knöchernes Geſicht mit ſchier ſteinernen Falten, gleichſam im bündigen Lapidarſtyl, das nec plus ultra von Adelshoch⸗