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Der König von Spanien. 305
vaß ich nicht mit meinem Ohm Jakob in ein Horn blaſe, das kann Euch in Augsburg, ja in mancher tiroliſchen Stadt ſchon jedes Kind ſagen. Und ſo wahr mir Gott helfe, ich bin kein Freund dieſer habſüchtigen Pfaffen und ihres ſündlichen Handels. Ich bin von Schwaz, wo ich Bergbau und Handel treibe, zur Meſſe nach Botzen her⸗ übergekommen. Hätte ich aber ahnen können, daß ich den Ablaßſcandal hier erleben ſollte, ich wäre daheim ge⸗ blieben. Denn die Galle iſt mir über des Mönchs Pre⸗ digt ins Blut getreten, daß mir kein Tropfen Wein ſchmecken will. Wahrlich, die Luſt iſt mir einige Male angekommen, den frechen Kuttenträger ins Geſicht zu ſchlagen. Und Ihr ſcheint mir auch nicht von der Farbe des Papſtes und der Kleriſei zu ſein.“
„Das habt Ihr richtig getroffen. Ich bin es um ſo weniger, da ich mir die Alfanzerei in Rom ſelbſt ange⸗ ſehen habe. Es iſt ein Jammer um das dumme Volk, daß es die frechen Lügen glaubt. In Italien, woher doch das Pfaffenregiment ſtammt, wäre der Mönch ausgelacht und verhöhnt worden. Dafür verhöhnen die Raliener uns Deutſche, und laſſen ſich's wohl ſein von dem Gelde, daß wir ihnen alljährig für die großen Lügen hinüberſchicken.“
„Ihr gefallt mir baß!“ rief Ulrich Fugger feurig. „Darum laßt mich wiſſen, wer der Mann iſt, der ſolche wahre und kühne Sprache führt?“
„Ich bin ein fränkiſcher Junker, der in Italien die Rechte ſtudirt hat, und heiße Ulrich von Hutten.“
Ein deutſcher Leinweber. V. 20


