Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der König von Spanien : 2. Theil (1848)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

276 Der König von Spanien.

Sommer nach Bologna, von hier im Herbſt ſeine warme Vertheidigung der Deutſchen nach Venedig, und nun wird er bald wieder bei uns ſein.“

„Führt ihn mir zu,“ erinnerte Fugger noch einmal. „Es verlangt mich ſehr ihn kennen zu lernen.“

„Und ich will ihn malen,“ ſagte Dürer,„und ihm vorſtellen; daß er ferner nicht allein lateiniſch ſchreibe, ſondern ſich auch der deutſchen Sprache befleißige, damit der gemeine Mann unterrichtet werde über das böſe Pfaffengeſindel und all den Unfug, der im deutſchen Reiche getrieben wird. Ja deutſch müßt ihr ſchreiben, ihr Gelehrten, wenn es etwas Erkleckliches fruchten ſoll, und wenn irgend Einer etwas auszurichten vermag, ſo iſt's der wackere Ulrich von Hutten.“

Fugger ſchüttelte den Kopf bedenklich.„Was ſoll dem gemeinen Mann das Wiſſen? Es wird ihn nur verwirrter und toller machen. Spukt der Geiſt des Auf⸗ ruhrs nicht etwa ſchon in den harten Köpfen der Bauern? Die Studirten mögen über dieſe Dinge ſtreiten, und dazu iſt das Lateiniſche da; das gemeine Volk iſt zu dumm und darf auch nicht geſcheidt werden, wenn nicht Unheil daraus erwachſen ſoll. Es würde auch niemals recht ge⸗ ſcheidt werden, und wenn Ihr ihm tauſend deutſche Bücher in die Hand gäbt. Dem Bauer ziemt zu pflügen, zu ſäen, zu dreſchen; dem Bürger ſeines Handwerks zu war⸗ ten und beiden dem Kaiſer zu geben, was des Kaiſers iſt, und Gotte, was Gottes iſt. Das Urtheil des ge⸗