Der Herzog von Burgund und Niederland. 281
mich nicht vor dem Fugger. Und wenn Ihr glaubt, Ihr wollt die Sonaca verhandeln und mich erſt bei Seite ſchieben, daß ich Euch den Handel nicht ſtöre, ſo ſag' ich Euch: es wird nichts daraus. Ich werde auch ein Wort mit reden.“
„Schweig, Fratz!“ fuhr die Altmutter den ungeber⸗ digen Schwätzer an.„Du wirſt uns nicht neue Geſetze geben wollen. Will das Ei klüger ſein als die Henne?“
„Der Sonaca willen bin ich Euch gefolgt,“ fuhr Toni noch erbitterter fort,„ſonſt wär' ich im Goldberge geblieben. Und ich werde nicht dulden, daß ſie eines An⸗ dern Eigenthum wird.“ Und mit glühenden Blicken, in denen ſich Trotz und Eiferſucht miſchten, verſchlang er die zierliche Geſtalt.
„Spannt den Rangen in den ſpaniſchen Bock!“ herrſchte die zornige Alte einigen Männern zu,„damit er Reſpekt lerne vor denen, die ihm zu befehlen haben.“
Der Burſche wurde ergriffen, ſo wüthend er auch um ſich ſchlug und biß, und ſo fürchterliche Drohungen er ausſtieß.
„Dem müſſen wir den ſtarren Sinn brechen,“ ſagte Karracha zu Zaroya,„ſonſt wächſt er uns über die Hörner und läßt uns nach ſeiner Pfeife tanzen.“— Toni wurde abgeführt und in ſchimpfliche Bande gelegt.
Die Strafvollſtrecker waren noch nicht mit der Exe⸗ cution fertig, als zwei Männer in Mänteln in den Gaden truten und die bunte Geſellſchaft mit ſtolzer Nachläſſigkeit


