Teil eines Werkes 
2. Abtheilung, Karl von Spanien : Roman in drei Theilen : Der Herzog von Burgund und Niederland : 1. Theil (1848)
Entstehung
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278 Der Herzog von Burgund und Niederland.

er vom Kaiſer beſonders empfohlen worden iſt. Der Leib⸗ arzt hat ihn täglich mehrmals beſucht, und die Mönche ſind eifrig bemüht geweſen, alle Vorſchriften deſſelben zu erfüllen. Aber er wollte von keiner Hand Arzneien an⸗ nehmen, als von der meinigen, und ſo oft ich zu ihm trat, flüſterte er den Namen Maria, gleichſam als ſähe er Euch ſelbſt vor ſich.

Maria weinte und lachte vor Wonne, ſie faltete die Hände, um zu beten und brachte doch nur den Namen des geliebten Mannes über die Lippen.

Die Zigeunerin rüſtete ſich mit auffallender Haſt zum Aufbruch.

Du willſt gehen? fragte die Gräfin verwundert.Und du verſprachſt mir doch dieſe Nacht bei meiner Tochter zu wachen und deinen Zauberſegen öfter über ihr zu ſprechen?

Seht Ihr nicht, daß er ſchon gewirkt hat? ver⸗ ſetzte Karracha.Meine Gegenwart iſt nicht mehr nöthig. Doch will ich morgen wieder nach ihr ſehen. Aber ſie wird morgen geſund ſein, wie der Vogel in der Luft. Und mit dem reichen Geſchenke der Gräfin ging ſie von dannen. Auf der Straße förderte ſie ihre Schritte, als habe ſie die Laſt der Jahre von ſich geworfen und eile auf den Flügeln der Jugend da in. So gelangte ſie in eine entfernte Vorſtadt und trat in den Hof eines alten großen Hauſes. Ein winkliges Fintergebitde nahm ſie endlich auf, und aus einem düſtern Gaden ſchallten ihr die muntern Töne des Cymbals entgegen.

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