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nach Spanien. 3
Ehrenhaftigkeit, durch einen kühnen Gewaltſtreich das Herzogthum Bretagne mit deſſen Erbin an ſich geriſ⸗ ſen, als ihm auch ſchon nach einem andern, obgleich weit fernern Lande gelüſtete. Dieſes ſeltſame und kna⸗ benhafte Gelüſten hat auf das Schickſal und die Ge⸗ ſtaltung Europas einen großen und merkwürdigen Ein⸗ fluß ausgeübt und ſeine Folgen in den nächſten zwei Jahrhunderten überraſchen das in den Geſchichtsbüchern forſchende Auge.
Seit der ruchloſe Herzog Karl von Anjon, der Sohn des Königs Ludwig VIII. und der Bruder Lud⸗ wig IX. des Heiligen von Frankreich, nach des deut⸗ ſchen Königs Konrad des Hohenſtaufen Tode, ſich vom Papſt Clemens IV. mit Neapel und Sieilien, dem Erbe des zweijährigen Konradin von Schwaben, Konrads Sohn, hatte belehnen laſſen, weil der Papſt den recht⸗ mäßigen Herrn dieſer Königreiche, jenen Konradin, als den Sohn eines im Kirchenbanne geſtorbenen Königs nicht anerkennen wollte; ſeit jenem ſchmachvollen Raub am letzten Hohenſtaufen, durch die Enthauptung Kon⸗ radins, der im Kriege gegen Karl von Anjon in deſ⸗ ſen Gefangenſchaft gerathen war, zum unauslöſchlichen Schandfleck in der Geſchichte geſtempelt, hatte das Haus Anjou den Königsthron von Neapel beſeſſen, es waren nun faſt dritthalbhundert Jahre. In Sieilien war Karl ſchon nach achtzehn Jahren(1282) durch die blutige ſieilianiſche Vesper vertrieben worden und das Reich
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