Erstes Rapitel.
Das raſtloſe Beſtreben der bis zur tiefſten Verächtlich⸗ keit treuloſen Politik zu Ende des fünfzehnten und zu Anfang des ſechzehnten Jahrhunderts iſt maßloſe Ver⸗ größerungsſucht an Land und Leuten. Mit einer nim⸗ merſatten Gierde verſchlingen dieſe habſüchtigen Für⸗ ſten Länder auf Länder, nur um ſie zu beſitzen; denn ſie zu regieren verſtehen ſie nicht und noch weniger be⸗ greifen ſie den Geiſt, der in den Völkern ſich zu regen beginnt, das erſte Flügelzucken des Genius, der einſt mit ſeinen majeſtätiſchen Fittichen, auf ſeinem Flug über die Erde, die Fluren befruchtend beſtreifen und einem beſſern Menſchengeſchlecht Kraft und Begeiſte⸗ rung zuführen wird. Wir ſehen den tollkühnen Herzog Karl von Burgund ein armes Hirtenvolk bekriegen aus keinem Grunde weiter, als um es zu unterjochen, da⸗ mit er ſich ein Reich ſchaffe, ſo weit der Rheinſtrom ſeine Waſſer führt, von den Gipfeln der Schweizer⸗ alpen bis an die Ufer der Nordſee. Wir ſehen das
Ein deutſcher Leinweber. I. 1


