bewunderungswürdig war, immer die meiſten der in großer Menge verſammelten Zuhörer gewann.
Eines Tages wurde ein ſolches gelehrtes Gefecht von beiden Seiten mit großer Hitze gekämpft, und Sabbathai ſprach von den hohen Tugenden der Men⸗ ſchenliebe, die höher ſtünden als alle Geſetzesformen, und daß jene Tugenden das veraltete Geſetz erneuen und verjüngen müßten. Da erſchallte plötzlich eine laute zornzitternde Stimme:„Du biſt der größte Heuch⸗ ler in Israel, Chacham, und deine Thaten ſtrafen deine Worte Lügen.“ Alle Köpfe wandten ſich nach dem Sprecher, und Sabbathai erkannte nicht ohne Veben den Chacham Halevi, und an deſſen Seite Zipora. Er erblaßte.
„Seht den Böſewicht erbleichen!“ fuhr Ha⸗ levi fort.
„Glaubt ihm nicht, Männer von Salonichi! Er hat aus Smyrna flüchten müſſen, ein entlarvter Be⸗ trüger. Schon hat er zwei edle Frauen, die er gefreit, hintergangen und verſtoßen, und als er ſich von der zweiten geſchieden, hat er die erſte wieder aus ihres Vaters Hauſe geraubt, daß der Schrecken den alten Mann getödtet— ihr kennt ihn gewiß


