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vor ſich ausgebreitet, im Weſten mit felſigen grün⸗ haarigen Inſeln angefüllt, über welche das ſteinige Vorgebirge emporragt; weiter in blauer Ferne erglänzt das Silberſchild des Meeres, von hier aus unbeweglich ſcheinend, auf das die Sonne goldne Nägel heftet, und dem der Meerbuſen ſeine reinen Wellen, unſchuldige Bergkinder, zuführt, um ſein Metall ewig blank zu waſchen; an den beiden Ufern liegen einſame Schlöſſer und Dörfer, jedes durch einen Hain bezeichnet, aus deſſen grünen Umhägen die Häuſer hervorlauſchen; übrigens die Höhen nackt und dürr, gebrannt von Aſiens ſüdlichſter Sonne, die hier prall und ſelten von Wolken umſchleiert auf die ausgedörrte Erde herabglüht. Dies iſt das Pano⸗ rama des reizenden Aufenthaltes auf Cordelio, dem an hoher maleriſcher Schönheit ſchwerlich ein anderes gleichkommt.—
Angezogen von der erhabenen Ausſicht, hatte Sab⸗ bathai Zewi das Inſelchen ſchon ſeit einiger Zeit zum Ziele ſeiner einſamen Meerwanderungen gemacht, und ſchon vor der Hochzeit manche Nacht in einem Hauſe auf Cordelio zugebracht, welches David Roſa⸗ nes, ſein Schwiegervater, erbaut hatte. Dem alten


