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ſektene ausdrucksvolle Schönheit des Jünglings ſchien ſelbſt auf den frivolen Juden einen ſtarken Eindruck zu machen.
„Ihr ſollt ein heiterer unterhaltender Mann ſein, wie mir Rabbi Jakob ben Eliah geſagt hat,“ begann Sabbathai wieder.„Euer Frohſinn wird an mei⸗ ner Hochzeittafel willkommen ſein. Ihr ſeid jeden Tag eingeladen.“
„Ich pflege die Welt in den Farben zu betrach⸗ ten, die ſie wirklich trägt. Und ſind dieſe nicht grün und heiter, bunt und fröhlich? Ich lache nicht nur gern ſelbſt; ich liebe es auch, wenn Andere lachen und thue nach Kräften ſie dazu zu bringen. Blühen doch die Blumen auch für ſich ſelbſt und zum Anderer.“
„Wohl iſt die Erde mit fröhlichen Farben geſchmückt,“ ſeufzte Sabbathai,„aber ſie ſind nur ihr äußeres Kleid, ihre dürftige Hülle. Eine Hand breit tiefer und ihr düſterer Ernſt gähnt Euch in dunkeln Farben an. So auch das Menſchenleben; nur ſein Schein trägt ein heiteres Weſen, ſein Sein iſt ewig ernſt. In ſeinen Tiefen klaffen ſchauerliche Abgründe.“.
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